Ratgeber
Homepage-Baukasten, Agentur oder Website-Abo?
Wer 2026 eine Website braucht, steht vor drei Wegen — und die Entscheidung fällt fast nie am Monatspreis. Sie fällt daran, wer die Arbeit macht. Dieser Ratgeber stellt die drei Modelle nebeneinander, benennt die Schwächen von jedem und sagt am Ende auch, wann Sie uns nicht brauchen.
Die drei Wege in je einem Satz
Der Homepage-Baukasten (Wix, Jimdo, IONOS, Squarespace) gibt Ihnen ein Werkzeug in die Hand — Sie bauen, texten und pflegen selbst. Die Agentur baut Ihnen ein individuelles Projekt, das Sie einmalig bezahlen und danach besitzen. Das Website-Abo ist der Mittelweg: Ein Dienstleister baut und pflegt die Seite, Sie zahlen dafür monatlich statt einmalig.
Alle drei sind legitim. Welcher passt, hängt an drei Faktoren: wie viel Zeit Sie selbst investieren wollen, wie individuell die Seite sein muss und ob Sie lieber einmal viel oder dauerhaft wenig zahlen.
Der direkte Vergleich
| Baukasten | Agentur | Website-Abo | |
|---|---|---|---|
| Kosten | ca. 5–25 € / Monat | 1.500–25.000 € einmalig | ab 49 € / Monat, 0 € Start |
| Wer baut? | Sie selbst | Die Agentur | Der Anbieter |
| Ihr Zeitaufwand | hoch, dauerhaft | hoch in der Projektphase | gering |
| Individualität | durch Vorlagen begrenzt | praktisch unbegrenzt | individuell im Rahmen |
| Texte & Inhalte | von Ihnen | meist Aufpreis | je nach Paket inklusive |
| Änderungen später | selbst, jederzeit | pro Stunde berechnet | im Preis enthalten |
| Bindung | meist monatlich | keine (Sie besitzen sie) | Laufzeit beachten |
Die Zahlen sind Marktspannen, keine Angebote. Wie sich Einmal- und Monatspreise über mehrere Jahre real zueinander verhalten, haben wir in „Was kostet eine professionelle Website wirklich?" durchgerechnet.
Der Posten, der in keiner Preisliste steht: Ihre Zeit
Ein Baukasten für 12 € im Monat sieht unschlagbar aus — bis man rechnet, was das Bauen kostet. Realistisch verbringt jemand ohne Vorerfahrung mehrere Wochenenden damit, eine Vorlage auszuwählen, Bilder zuzuschneiden, Texte zu schreiben, Rechtstexte einzubauen und die Seite auf dem Handy geradezuziehen. Wer 30 Stunden investiert und seine eigene Arbeitsstunde mit 50 € ansetzt, hat 1.500 € an nicht abgerechneter Zeit in die Seite gesteckt — zusätzlich zum Abopreis.
Und es bleibt nicht beim Aufbau. Neue Öffnungszeiten, ein neues Angebot, aktuelle Fotos: Jede Änderung landet wieder bei Ihnen. Genau daran scheitern die meisten Baukasten-Seiten — nicht an der Technik, sondern daran, dass niemand im Betrieb die Zeit hat, sie zu pflegen. Eine zwei Jahre alte Seite mit falschen Preisen schadet mehr, als sie nützt.
Der zweite blinde Fleck sind die Inhalte. Nicht das Bauen ist der Engpass, sondern die Frage, was auf der Seite stehen soll. Diese Arbeit nimmt Ihnen ein Baukasten grundsätzlich nicht ab — eine Agentur oder ein Abo je nach Vereinbarung schon.
Wann der Baukasten die richtige Wahl ist
Wenn Sie Freude daran haben, selbst zu basteln, technisch etwas affin sind und die Website eher Beleg als Vertriebskanal ist, sind Sie mit einem Baukasten gut und günstig bedient. Auch für eine Idee, die Sie erst testen wollen, für ein befristetes Projekt oder für Vereine und Nebenerwerb ist es der vernünftige Weg. Die Anbieter sind ausgereift, DSGVO-konform und in Minuten startklar.
Die Grenze liegt dort, wo Sie sich vom Wettbewerb abheben müssen. Vorlagen sind für viele Nutzer gleichzeitig gemacht — im schlimmsten Fall sieht Ihre Seite aus wie die von drei Betrieben im Nachbarort. Achten Sie außerdem auf die Einstiegspreise: Der erste Zeitraum wird oft stark rabattiert, ab dem zweiten Jahr gilt der reguläre Tarif.
Wann eine klassische Agentur die richtige Wahl ist
Sobald es um Sonderfälle geht, führt an einem echten Projekt kein Weg vorbei: eigene Software anbinden, Warenwirtschaft oder Kassensystem koppeln, ein Shop mit vielen tausend Artikeln, ein Markenauftritt, der bis ins Detail zur Corporate Identity passen muss. Auch wenn Sie die Seite langfristig selbst besitzen und ohne jede Vertragsbindung weitergeben wollen, ist das Einmalprojekt der ehrlichere Weg.
Planen Sie dann aber zwei Dinge realistisch ein: die Zeit für Abstimmungen — ein Projekt braucht Ihre Mitarbeit, nicht nur Ihr Budget — und ein Wartungsbudget nach dem Launch. Eine Website ist kein fertiges Möbelstück, sie braucht Updates, Sicherheitspflege und regelmäßige Aktualisierungen.
Wann das Website-Abo passt
Das Abo ist für den häufigsten Fall gemacht: ein Betrieb, der professionell auftreten muss, keine vier- bis fünfstellige Summe vorab ausgeben will und vor allem keine Zeit hat, sich selbst darum zu kümmern. Handwerk, Gastronomie, Praxen, Dienstleister — überall dort ist die Website wichtig, aber nie die Kernaufgabe des Tages.
Bei uns beginnt das bei 49 € im Monat ohne Startgebühr, inklusive Domain, Hosting, Wartung und laufenden Anpassungen; ab dem mittleren Paket schreiben wir auch die Texte und richten das Google-Business-Profil ein. Der Preis dafür ist die Bindung: Weil die Erstellung nicht vorab bezahlt wird, hat der Vertrag eine Mindestlaufzeit von 12 Monaten. Wer monatlich kündbar sein muss, sollte das wissen — wir haben das inklusive Datenmitnahme in „Was passiert, wenn ich kündige?" offengelegt.
Drei Fragen, die die Entscheidung abkürzen
- Habe ich realistisch 20–40 Stunden Zeit? Wenn ja, ist der Baukasten die günstigste Lösung. Wenn nein, streichen Sie ihn — eine halbfertige Seite ist teurer als keine.
- Brauche ich etwas, das es so nicht von der Stange gibt? Bei echter Individualsoftware oder komplexem Shop: Agentur. Bei einer guten, sauberen Firmenwebsite: nicht nötig.
- Kann und will ich jetzt vierstellig investieren? Wenn nicht, bleibt die Wahl zwischen Selbermachen und Abo — und die entscheidet wieder Frage eins.
Fazit
Es gibt keinen generell besten Weg, sondern nur den, der zu Ihrer Zeit und Ihrem Anspruch passt. Der Baukasten verkauft Ihnen ein Werkzeug, die Agentur ein Projekt, das Abo eine laufende Leistung. Wer viel Zeit und wenig Geld hat, baut selbst. Wer Sonderanforderungen und Budget hat, beauftragt ein Projekt. Wer vor allem eines nicht hat — Zeit —, fährt mit einer betreuten Lösung am besten. Der einzige Weg, der sich nie lohnt, ist der halbherzige: eine Seite anzufangen und dann liegen zu lassen.
Sehen, was im Abo enthalten ist
Alle drei Pakete mit Leistungen und Preisen finden Sie auf der Startseite. Für einzelne Branchen haben wir eigene Seiten mit konkreten Beispielen — etwa für Handwerksbetriebe oder Beratung und Coaching.