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Ratgeber

Website oder nur Google-Unternehmensprofil?

„Ich bin doch schon bei Google" — dieser Satz fällt in fast jedem Erstgespräch. Gemeint ist meist das kostenlose Google-Unternehmensprofil, der Eintrag mit Karte, Öffnungszeiten und Bewertungen. Er ist tatsächlich wertvoll. Die Frage ist nur, ob er eine Website ersetzt. Dieser Ratgeber sagt ehrlich, was das Profil leistet, wo es endet und warum beides zusammen mehr bringt als jedes für sich.

Die kurze Antwort

Das Unternehmensprofil beantwortet die Frage „Wo seid ihr und habt ihr jetzt offen?". Die Website beantwortet die Frage „Seid ihr die Richtigen für mein Problem?". Das sind zwei verschiedene Momente im Kopf eines Kunden. Wer nur den ersten bedient, wird gefunden — aber nicht unbedingt gewählt.

Ehrlich bleibt dabei: Für manche Betriebe trägt das Profil allein erstaunlich weit. Ein Kiosk, ein Imbiss, ein Friseur mit Laufkundschaft in der Fußgängerzone braucht selten mehr als Adresse, Öffnungszeiten, Fotos und gute Bewertungen. Je erklärungsbedürftiger und je teurer Ihre Leistung ist, desto schneller stößt das Profil an seine Grenze.

Was das Unternehmensprofil wirklich gut kann

Unterschätzen Sie es nicht. Das Profil ist kostenlos, erscheint in Google Maps und oft ganz oben in der Suche, noch über allen Websites. Es zeigt Öffnungszeiten in Echtzeit, sammelt Bewertungen, liefert den Routenstart mit einem Klick und die Telefonnummer als Tap auf dem Handy. Für lokale Suchen ist es der sichtbarste Platz, den es überhaupt gibt.

Und Sie können es selbst anlegen. Das ist kein Geheimwissen und kostet nichts außer Zeit: Profil beanspruchen, verifizieren, Kategorie und Leistungen sauber setzen, Fotos hochladen, Bewertungen einsammeln. Dafür brauchen Sie keinen Dienstleister — auch uns nicht. Rechnen Sie bei der Verifizierung mit etwas Aufwand: Google prüft neue Profile mittlerweile meist per Video, das live aufgenommen werden muss.

Wo das Profil aufhört

GrenzeWas das bedeutet
Es gehört Ihnen nichtGoogle bestimmt Aufbau, Umfang und Bestand. Profile können gesperrt oder zusammengelegt werden — Sie haben keinen Anspruch darauf.
Kaum Platz für InhaltBeschreibung, Fotos, ein paar Leistungen. Kein Raum für Referenzen, Ablauf, Preislogik oder Antworten auf die Fragen, die vor der Beauftragung kommen.
Keine eigene AdresseDer frühere Website-Baukasten von Google wurde im März 2024 abgeschaltet; die Übergangs-Weiterleitung endete im Juni 2024. Wer darauf gesetzt hatte, stand ohne Seite da.
Keine ProzesseAngebotsformular, Terminbuchung, Rechner, Shop, Kundenbereich — all das findet auf einer Website statt, nicht im Profil.
Nur ein SuchmomentDas Profil greift bei „in der Nähe"-Suchen. Wer nach Ihrem Problem, Ihrer Leistung oder Ihrer Marke sucht, landet auf Seiten — Ihren oder denen der Konkurrenz.

Der dritte Punkt ist der lehrreichste: Jahrelang war die von Google generierte business.site-Seite die „Gratis-Website" vieler kleiner Betriebe. Als Google sie einstellte, war sie von einem Tag auf den anderen weg. Eine eigene Domain kann Ihnen niemand abschalten.

Warum beides zusammen stärker ist

Google nennt für lokale Ergebnisse drei Faktoren: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Die Entfernung können Sie nicht beeinflussen, Ihren Standort haben Sie. Relevanz und Bekanntheit schon — und genau dort spielt die Website mit hinein. Google beschreibt Bekanntheit ausdrücklich unter anderem über die Anzahl der Websites, die auf Ihr Unternehmen verweisen, und die Anzahl Ihrer Rezensionen.

Praktisch heißt das: Das Profil zieht Aufmerksamkeit, die Website verwandelt sie. Jemand sieht Sie in der Kartenansicht, klickt auf „Website" und entscheidet dort in wenigen Sekunden, ob Sie seriös wirken. Fehlt der Link, endet die Spur beim Anruf — oder beim Wettbewerber, der eine Seite hat. Umgekehrt bringt die beste Website wenig, wenn Sie im Kartenausschnitt gar nicht auftauchen.

Wichtig ist die Konsistenz zwischen beiden: Firmenname, Adresse und Telefonnummer sollten auf der Website exakt so stehen wie im Profil. Widersprüche stiften bei Google und bei Menschen denselben Zweifel.

Die sinnvolle Reihenfolge

  • 1. Profil beanspruchen und verifizieren. Das kostet nichts und wirkt am schnellsten. Wenn Sie heute nur eine Sache tun, dann diese.
  • 2. Kategorie und Leistungen ernst nehmen. Die Hauptkategorie entscheidet mit darüber, bei welchen Suchen Sie überhaupt in Frage kommen. „Bauunternehmen" und „Fliesenleger" sind zwei verschiedene Welten.
  • 3. Website aufbauen und verlinken. Sobald es sie gibt, gehört sie ins Profil — und zwar nicht immer auf die Startseite. Für einen Betrieb mit mehreren Leistungen kann die passende Unterseite das bessere Ziel sein.
  • 4. Bewertungen systematisch einsammeln. Regelmäßig neue Rezensionen und Antworten darauf wirken stärker als einmalig zwanzig Bewertungen und danach zwei Jahre Stille.

So tragen Sie Ihre Website ins Profil ein

Punkt 3 oben ist der, an dem die meisten hängen bleiben — nicht, weil er schwer wäre, sondern weil das Feld gut versteckt ist. Deshalb hier der Weg, wie Google ihn selbst in seiner Hilfe beschreibt. Sie brauchen dafür das Google-Konto, mit dem das Profil verknüpft ist, und ein bestätigtes Profil: Solange die Bestätigung fehlt, lassen sich Unternehmensdaten teilweise gar nicht ändern.

  • Über die Google-Suche: angemeldet nach dem eigenen Firmennamen suchen, das eigene Profil aufrufen, auf „Profil bearbeiten“ klicken, das Feld „Website“ ausfüllen und „Speichern“ wählen.
  • Über die Google-Maps-App: unten rechts auf „Unternehmen“ tippen, dann „Profil bearbeiten“ — dieselben Felder, nur am Telefon. Praktisch, wenn Sie ohnehin gerade Fotos hochladen.
  • Vollständige Adresse eintragen. Google verlangt ausdrücklich die komplette URL einschließlich „https://“. Ein eingetragenes „meinbetrieb.de“ ohne Vorsatz ist der häufigste Grund, warum der Link nicht übernommen wird.
  • Keine Weiterleitungs- oder Social-Media-Adresse. In den Richtlinien für Unternehmensprofile steht, dass keine URLs eingetragen werden sollen, über die Nutzer erst auf eine andere Landingpage weitergeleitet werden — eine Facebook- oder Instagram-Seite gehört also nicht in dieses Feld, auch nicht übergangsweise.

Danach passiert erst einmal nichts Sichtbares: Google prüft Änderungen, bevor sie im Profil erscheinen. Wie lange das dauert, nennt Google bewusst nicht — Angaben von „ein paar Minuten“ bis „mehrere Tage“ kursieren, keine davon steht in der offiziellen Hilfe. Wundern Sie sich also nicht, wenn der Link nicht sofort live ist, und tragen Sie ihn vor allem nicht dreimal neu ein.

Eine Sache, die Google Ihnen nicht abnimmt: welche Seite Sie verlinken. Die Startseite ist die sichere Wahl, aber nicht immer die beste. Wenn Ihr Profil auf eine Leistung zugeschnitten ist — der Elektriker, der über „E-Check“ gefunden wird — führt die passende Unterseite den Besucher schneller ans Ziel als eine Startseite, auf der er die Leistung erst suchen muss. Was dagegen nie funktioniert: ein Link auf eine Seite, die es nicht mehr gibt. Nach jedem Website-Umbau gehört dieses Feld gegengeprüft.

Vier Fehler, die häufig zusammen auftreten

Erstens abweichende Daten: Im Profil steht die alte Nummer, im Impressum die neue. Zweitens veraltete Öffnungszeiten — gerade Feiertage kosten hier echte Kunden, weil Google inzwischen stark danach geht, ob ein Betrieb im Suchmoment geöffnet hat. Drittens ein Profil ohne Website-Link, obwohl eine Seite existiert. Viertens unbeantwortete Bewertungen, auch die guten: Antworten sind das einzige öffentliche Signal, dass da jemand zuhört.

Wie wir das handhaben

Damit Sie es einordnen können: Bei uns beginnt die Website bei 49 € im Monat ohne Startgebühr, inklusive eigener Domain, Hosting, Wartung und laufenden Anpassungen. Die Einrichtung des Google-Business-Profils gehört ab dem mittleren Paket (69 €) dazu — im Einstiegspaket ist sie nicht enthalten. Das ist bewusst so gesagt: Sie können das Profil kostenlos selbst anlegen, und wenn Sie sich das zutrauen, sollten Sie es tun.

Was das Ganze kostet und wie sich monatliche gegen einmalige Modelle rechnen, haben wir in „Was kostet eine professionelle Website wirklich?" und im Vergleich von Baukasten, Agentur und Abo offengelegt.

Fazit

Das Google-Unternehmensprofil ist kein Ersatz für eine Website und die Website kein Ersatz für das Profil. Das Profil bringt Sie in den Blick, die Website bringt Sie ins Gespräch. Wenn Ihr Budget heute nur für eines reicht, fangen Sie mit dem Profil an — es ist kostenlos und wirkt sofort. Aber verlassen Sie sich nicht dauerhaft auf einen Kanal, dessen Regeln, Umfang und Fortbestand jemand anderes bestimmt. Diebusiness.site-Abschaltung 2024 war dafür eine teure Lektion für viele kleine Betriebe.

Website, die zum Profil passt

Alle Pakete mit Leistungen und Preisen finden Sie auf der Startseite. Für lokal geprägte Branchen haben wir eigene Seiten mit konkreten Beispielen — etwa für Handwerksbetriebe oder Friseursalons.