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Ratgeber

Wer schreibt die Texte für meine Website?

In fast jedem Website-Projekt kommt der Satz „Schicken Sie uns doch Ihre Texte" — und danach passiert wochenlang nichts. Nicht aus Nachlässigkeit: Über die eigene Arbeit zu schreiben ist ungleich schwerer, als sie zu machen. Dieser Ratgeber klärt drei Dinge: welche Wege es gibt, was sie am Markt kosten und was Sie selbst beitragen müssen — auch dann, wenn „Texte inklusive" auf der Preisliste steht.

Die kurze Antwort

Es gibt drei Wege: Sie schreiben selbst, Sie beauftragen eine Texterin oder einen Texter, oder der Website-Anbieter schreibt mit — bei Abo-Modellen ist das häufig im Preis enthalten. Was alle drei gemeinsam haben: keiner funktioniert ohne Ihr Wissen. Der Unterschied liegt nur darin, wer die Formulierungsarbeit übernimmt — nicht darin, ob Sie sich mit den Inhalten beschäftigen müssen.

Wer diesen Punkt vorher klärt, spart sich die häufigste Verzögerung im Projekt. Wie sich das auf den Zeitplan auswirkt, steht in „Wie lange dauert es, bis meine Website live ist?".

Was professionelle Texte am Markt kosten

Damit Sie die Position „Texte inklusive" überhaupt bewerten können, hilft der Blick auf freie Preise. Die Verbandsempfehlungen für professionelle Texterinnen und Texter in Deutschland liegen bei Stundensätzen im Bereich von rund 80 bis 150 €, mit Werten um 90 bis 120 € als häufig genanntem Mittelfeld. Pro Normseite — etwa 200 bis 250 Wörter — nennen Agenturpreislisten Beträge ab ungefähr 220 € für Fachtexte bis etwa 315 € für redaktionell aufbereitete Seiten.

Für eine komplette Website läuft das auf Paketpreise hinaus, die sich am Markt etwa so darstellen: fünf getextete Seiten ab rund 2.000 €, acht Seiten ab rund 3.200 €. Wortpreise sind daneben üblich und reichen von etwa 3 Cent bis über 1 € pro Wort; professionelle Anbieter beginnen meist bei rund 10 Cent. Die Spanne ist deshalb so groß, weil sie zwei völlig verschiedene Leistungen abdeckt: Am unteren Ende wird getippt, am oberen Ende vorher recherchiert, positioniert und strukturiert.

Diese Zahlen sind die eigentliche Antwort auf die Frage, warum „Texte inklusive" in einem Monatspreis so viel wert ist — und gleichzeitig der Grund, bei sehr billigen Angeboten genau hinzusehen. Die vollständige Kostenrechnung inklusive aller Folgeposten steht in „Was kostet eine Website wirklich?".

Warum „wir schreiben die Texte" nicht heißt „Sie liefern nichts"

Formulieren können wir. Wissen können wir nicht. Diese Dinge kommen zwangsläufig von Ihnen, egal wer am Ende tippt:

  • Was Sie tatsächlich anbieten — und was ausdrücklich nicht. Der zweite Teil ist oft der wichtigere, weil er falsche Anfragen verhindert.
  • Ihr Einzugsgebiet und Ihre Kundschaft — ein Betrieb, der im Umkreis von 30 km arbeitet, braucht andere Seiten als einer, der bundesweit liefert.
  • Preise, Zahlen, Fristen — alles, was falsch wäre, wenn wir es schätzen.
  • Der Grund, warum Kunden bei Ihnen bleiben — das ist der Satz, den keine Vorlage liefert und den kein Außenstehender erraten kann.

Das ist kein Kleingedrucktes, sondern steht so in unseren AGB (§ 7 Abs. 1): Informationen und Inhalte kommen vom Kunden, und verspätete Mitwirkung verlängert die Fristen entsprechend. Die gute Nachricht ist, dass Sie dafür nichts ausformulieren müssen. Im Onboarding gibt es dafür ein freies Feld mit Diktierfunktion: Sie erzählen in zehn Minuten, was Sie einem Kunden am Telefon auch erzählen würden. Reden ist erfahrungsgemäß deutlich leichter als schreiben — und das Ergebnis ist besser, weil Ihre eigenen Formulierungen darin vorkommen.

Wie es bei uns geregelt ist

Beim Paket SIGNATURE steht „Alle Texte von uns geschrieben" ausdrücklich im Leistungsumfang. Die AGB formulieren es für alle Pakete allgemeiner: Enthalten sind „je nach Paket" Konzeption, Design, Entwicklung und Texterstellung (§ 4 Abs. 1). Fragen Sie deshalb im Erstgespräch konkret nach, was für das Paket gilt, das Sie buchen wollen — das ist bei jedem Anbieter der Punkt, an dem sich Erwartung und Angebot trennen.

Zwei Dinge gehören dazugesagt. Erstens: Rechtstexte sind ausgenommen. Impressum, Datenschutzerklärung, AGB und Widerrufsbelehrung binden wir technisch ein, aber wir schulden keine Rechtsberatung und dürfen sie auch nicht erbringen (§ 4 Abs. 3). Für deren Inhalt sind Sie verantwortlich — dafür gibt es Anwältinnen, Anwälte und die Mustertexte der Kammern. Zweitens: Textänderungen nach dem Start sind als laufende Anpassung im Monatspreis enthalten (§ 8 Abs. 3). Ehrlicherweise gehört die Einschränkung daneben, die dort ebenfalls steht: Umfang und Reihenfolge liegen im billigen Ermessen, einen Anspruch auf ein bestimmtes Tempo gibt es nicht — angestrebt sind wenige Werktage.

Und was ist mit KI?

Die Frage gehört hierher, weil sie sonst unausgesprochen im Raum steht. Sprachmodelle werden heute in praktisch jeder Agentur eingesetzt, und wir machen daraus kein Geheimnis: Auf dieser Website sind Texte, Bilder und Videos teils KI-gestützt entstanden, nachzulesen in unserem KI-Hinweis.

Für die Sichtbarkeit bei Google ist das Entstehungsverfahren nicht das Kriterium. In der Dokumentation der Google-Suche zu KI-generierten Inhalten steht als Maßstab, man solle sich auf „accuracy, quality, and relevance" konzentrieren. Was dort ausdrücklich als Verstoß gilt, ist etwas anderes: massenhaft erzeugte Seiten ohne Mehrwert für Nutzer — in den Spam-Richtlinien als scaled content abuse geführt. Anders gesagt: Nicht das Werkzeug ist das Problem, sondern Text ohne Substanz.

Und genau da liegt die praktische Grenze. Ein Sprachmodell kann formulieren, kürzen und strukturieren. Es kennt Ihr Einzugsgebiet nicht, Ihre Preise nicht und den Grund nicht, warum Ihre Stammkunden seit acht Jahren wiederkommen. Wer eine Seite nur aus dem Modell heraus füllt, bekommt austauschbaren Text — sprachlich sauber und inhaltlich beliebig. Als Faustregel: KI ist ein Werkzeug für die Rohfassung, nicht der Autor. Die Fakten und die Endabnahme bleiben bei Menschen.

Der teuerste Fehler: Texte von der Konkurrenz übernehmen

Es passiert häufiger, als man denkt — die Seite des Mitbewerbers klingt gut, ein paar Absätze werden übernommen und leicht umgestellt. Website-Texte sind aber urheberrechtlich geschützte Werke, und Abmahnungen in diesem Bereich sind keine Theorie. In unseren AGB sichern Sie zu, an allen bereitgestellten Inhalten die erforderlichen Rechte zu besitzen, und stellen uns von Ansprüchen Dritter frei (§ 7 Abs. 2 und 3). Das ist branchenüblich und bedeutet im Klartext: Wer fremde Texte liefert, trägt das Risiko selbst. Dasselbe gilt für Bilder — auch dort ist die Google-Bildersuche keine Quelle.

Vier Fragen an jeden Anbieter

  1. Sind Texte im Preis enthalten — und für wie viele Seiten? „Texte inklusive" für eine Startseite ist etwas anderes als für acht Unterseiten. Lassen Sie sich die Zahl nennen.
  2. Wie kommen die Fakten zu Ihnen — Formular, Gespräch, Diktat? Wenn die Antwort „schicken Sie uns Ihre Texte" lautet, ist das Schreiben nicht wirklich inklusive.
  3. Was kostet eine Textänderung nach dem Start? Preise ändern sich, Leistungen kommen dazu. Wenn jede Zeile extra kostet, wird die Seite innerhalb eines Jahres veraltet.
  4. Werden KI-Werkzeuge eingesetzt, und wer liest gegen? Die erste Hälfte der Frage ist heute fast immer mit Ja zu beantworten. Entscheidend ist die zweite.

Fazit

Wer die Texte schreibt, ist eine Preisfrage — ob Sie sich mit den Inhalten befassen müssen, ist keine. Am Markt kostet eine getextete Website vierstellig; in einem Abo-Modell steckt dieselbe Leistung in der Monatsrate, verlangt von Ihnen aber dasselbe Rohmaterial. Gut wird eine Seite dort, wo fremdes Handwerk auf Ihr Wissen trifft — und schwach dort, wo eines von beidem fehlt. Am häufigsten sehen wir diese Konstellation bei Handwerksbetrieben und in der Beratung und im Coaching, wo die Leistung erklärungsbedürftig ist und der Text die eigentliche Verkaufsfläche.

Erzählen statt schreiben

Im Onboarding gibt es ein freies Feld mit Diktierfunktion — Sie sprechen, wir formulieren. Welche Pakete es gibt und in welchem die Texterstellung ausdrücklich enthalten ist, sehen Sie auf der Startseite.